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Ausschuss IV: Nachhaltigkeit

Der Begriff der Nachhaltigkeit geht auf Georg Ludwig Hartig, den Begründer der deutschen Forstwirtschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zurück.

Hartig verstand unter nachhaltiger Nutzung ein betriebswirtschaftliches Modell, das auf zwei Grundsätzen beruhte: die Bäume auswachsen zu lassen und jedes Jahr nicht mehr Holz zu-schlagen als nachwächst. Dieses Modell hat mit Ökologie noch wenig zu tun, denn es lässt sich am besten durch Kahlschlagwirtschaft im gleichförmigen Altersklassenwald umsetzen.

Im Jahre 1980 wurde die Idee der nachhaltigen Waldnutzung in der von der Internationalen Naturschutz Union erarbeiteten "Weltstrategie zur Erhaltung der Natur" zum Prinzip des "su-stainable development" erweitert. Politische Bedeutung erhielt der Begriff erstmals 1987 in der sogenannten Brundtland – Kommission (benannt nach der norwegischen Vorsitzenden der UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung, Gro Harlem Brundtland).

Hier findet sich die inzwischen klassisch gewordenen Definition: "Dauerhafte Entwicklung, die den Bedürfnissen heutiger Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen."

Für die Übersetzung des Begriffes "sustainable" bot sich im deutschen Sprachraum das alte Wort "nachhaltig" an. Zutreffender wäre vielleicht die Übersetzung "durchhaltbar", die sich im deutschen Sprachraum allerdings nicht durchsetzen konnte.

Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ist es, Ressourcen sparsam und effizient zu nutzen, so-dass die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Nach diesem Konzept, muss jede Form von wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt auch langfristig für das Ökosystem trag-fähig sein. Es gilt sowohl eine ökonomische und soziale als auch ökologisch "durchhaltbare" Richtung der menschlichen Entwicklung auf lokaler, regionaler und globaler Ebene ausfindig zu machen.

Deshalb versteht sich der Abschlußbericht "Nachhaltige Entwicklung" nicht als Realmodell, sonders als Leitbild, als "regulative Idee" im Sinne des Philosophen Kant, d.h. als erkennt-nistheoretisches Konstrukt, das dem menschlichen Verstand bei Such- und Lernprozessen den Weg weist.